Diskussionsentwurf

Das Krefelder Modell für verantwortungsvolles Wohnen auf Zeit

Nicht ungeregelt wachsen lassen. Nicht pauschal verbieten. Datenbasiert unterscheiden, gute Nachbarschaft sichern und tatsächliche Verstöße konsequent behandeln.

01

Transparente Datengrundlage

Entscheidungen sollen auf eindeutigen Wohneinheiten, belegbaren Beschwerden und nachvollziehbaren Wohnungsmarktdaten beruhen – nicht auf ungeprüften Inseratszählungen.

02

Klare Unterscheidung der Nutzungsarten

Ferienaufenthalt, Messebesuch, projektbezogene Arbeit, familiäre Übergangssituation und möbliertes Wohnen über mehrere Monate müssen fachlich unterschieden werden.

03

Schutz besonders wichtigen Dauerwohnraums

Öffentlich geförderter, preisgünstiger und für Familien geeigneter Wohnraum verdient besonderen Schutz. Neu geschaffene Einheiten und rechtmäßig umgenutzter Nichtwohnraum sind anders zu bewerten.

04

Objektbezogene Belegungsgrenzen

Die zulässige Personenzahl soll sich an Wohnfläche, Zimmern, Sanitäranlagen, Fluchtwegen, Brandschutz und dem konkreten Gebäude orientieren.

05

Erreichbare Verantwortliche

Für Gäste und Nachbarschaft muss während der Nutzung eine verlässlich erreichbare Kontaktperson benannt sein, die bei akuten Problemen reagieren kann.

06

Verbindliche Haus-, Ruhe-, Müll- und Parkregeln

Regeln müssen verständlich, mehrsprachig und nachweisbar kommuniziert werden. Wiederholte Verstöße benötigen abgestufte, wirksame Konsequenzen.

07

Keine Party- und Problemnutzungen

Partys, ungeregelte Veranstaltungen, Überbelegung und systematische Störungen gehören nicht zum verantwortungsvollen Wohnen auf Zeit.

08

Quartiersbezogene statt pauschale Prüfung

Wo eine konkrete räumliche Konzentration nachweislich Probleme verursacht, sind passgenaue Maßnahmen sinnvoller als eine undifferenzierte Behandlung des gesamten Stadtgebiets.

09

Konsequentes Vorgehen gegen tatsächliche Verstöße

Kontrollen und Sanktionen sollen sich auf illegale Nutzung, fehlenden Brandschutz, Überbelegung, Störungen und nicht erreichbare Betreiber konzentrieren.

10

Regelmäßige öffentliche Auswertung

Die Stadt sollte jährlich anonymisierte Zahlen zu Bestand, Genehmigungen, Beschwerden, Maßnahmen und Wohnungsmarkteffekten veröffentlichen und die Regeln überprüfbar weiterentwickeln.

Freiwilliger Qualitätskodex

Was verantwortungsvolle Anbieter zusagen sollten

Eine Selbstverpflichtung ersetzt keine Genehmigung und ist erst dann ein echtes Siegel, wenn unabhängige Kontrollen organisiert sind.

Der Kodex

Die folgenden Punkte können als gemeinsame Mindesthaltung von Gastgebern, Unternehmen und professionellen Betreibern dienen.

  • Wir prüfen die erforderlichen Genehmigungen und öffentlich-rechtlichen Vorgaben für das konkrete Objekt.
  • Wir vermeiden Überbelegung und halten objektbezogene Kapazitätsgrenzen ein.
  • Wir stellen eine erreichbare Ansprechperson für Gäste und Nachbarschaft bereit.
  • Wir kommunizieren Nachtruhe, Mülltrennung, Parkregeln und Hausordnung verständlich.
  • Wir untersagen Partys und ungenehmigte Veranstaltungen.
  • Wir dokumentieren Beschwerden und reagieren zeitnah und nachvollziehbar.
  • Wir werben nicht mit irreführenden Angaben und legen die Art der Unterkunft transparent offen.
  • Wir respektieren Datenschutz, Gleichbehandlung und die Würde aller Gäste und Nachbarinnen und Nachbarn.

Wirksamkeit prüfen

Welche Kennzahlen jährlich veröffentlicht werden sollten

Regeln müssen anhand ihrer tatsächlichen Wirkung überprüfbar bleiben.

Zahl eindeutig registrierter Einheiten und Betten

Anteil neu geschaffener oder zuvor nicht zu Wohnzwecken genutzter Einheiten

Beschwerden je 1.000 Übernachtungen und Art der bestätigten Verstöße

Reaktionszeit der verantwortlichen Kontaktpersonen

Zahl und Ergebnis behördlicher Kontrollen

Entwicklung von Leerstand, Angebotsmieten und dauerhaft verfügbarem Wohnraum

Auslastung und Preisentwicklung verschiedener Beherbergungsarten bei Nachfragespitzen

Lokale wirtschaftliche Effekte, soweit belastbar messbar

Mitgestalten

Welche Formulierung fehlt? Welche Regel wäre ungerecht oder unwirksam?

Wir veröffentlichen den Entwurf, damit Krefeld über konkrete Lösungen diskutieren kann – nicht nur über Lager und Schlagworte.